Das Schafexperiment

26. April 2018 .

Es wird gemäääht!
Und zwar von unseren 4 Schafen, die uns seit letztem Jahr helfen, unseren Weingarten von zu üppig wucherndem Bewuchs zu befreien.

die idee

Begonnen hat alles mit dem Wunsch, weniger Maschinen und vor allem keine Chemie im Weingarten einzusetzen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Einsatz von Herbizid oft noch mehr Unkraut hervorbringt – Unkräuter sind Lichtkeimer und fühlen sich natürlich bei offenen Boden noch wohler. Was also tun, wenn man nicht zu oft mit Maschinen in den Weingarten möchte bzw. selber mit Sichel und Sense tätig sein will? Genau, man begibt sich auf die Suche nach natürlichen Wiesenpflegesystemen und stößt dabei unweigerlich auf… genau, Schafe. Aber Schaf ist nicht gleich Schaf und so wurde rasch der Rat der Nachbarin eingeholt – und die ist (so ein Glück) Schafbäuerin (www.wollgenuss.at). Außer der Mähtätigkeit sollte die Rasse nämlich eines gar nicht machen – Weintrauben fressen.

Eine seltene Rasse

Der Tipp unserer Nachbarin Monika waren Shropshire-Schafe.
Sie besitzen eine einzigartige Eigenschaft: Sie verbeißen keine Holztriebe, im Gegensatz zu allen anderen bekannten Schafrassen. Auch als Christbaum-Schafe bekannt werden sie schon einige Jahre erfolgreich in Weihnachtsbaumkulturen eingesetzt. Reinrassige Shropshire-Schafe haben bewiesen, dass sie sowohl Nadelgehölzplantagen als auch Obstbaum- und Weinkulturen zuverlässig beweiden, ohne die Triebe zu verbeißen (mit Ausnahmen, wie die Realität zeigt!) oder die Rinde der Obstbäume zu schälen.

Natürlich: ohne fleiß kein preis

Anfangs sehr scheu, war das Weidemanagement mit den kleinen Schafen nicht einfach. Mehrmals täglich habe ich meine Schafe besucht um eine Beziehung aufzubauen. Denn werden die Tiere nicht regelmäßig auf eine neue Weide gebracht ist zu wenig Grasangebot da und die jungen Reben werden interessant. Da gab es schon einige Ausrutscher letztes Jahr. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich. Dieses Jahr dürfen unsere Vierbeiner im Zeitraum des Austriebs außerhalb des Weingartens grasen und kommen wieder Mitte Juni zu den Reben.

naturdünger

Wer den ganzen Tag frisst, sorgt natürlich auch für reichlich Naturdünger. 🙂 Schafe sind den ganzen Tag unterwegs und machen mit ihren Hufen auch das Leben für Mäuse im Boden unangenehmer.

Unser ziel

…ist es, Ergebnisse festzuhalen, wie zum Beispiel durch Bodenanalysen. Was verändert sich durch die Schafe? Was sind die Vor- und Nachteile?
Wir halten euch über unsere tierischen Rasenmäher auf dem Laufendem.

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